Aaalso .. "Ziel des Spieles" ist es, anhand der Gedichte zu erkennen, um welches Märchen es sich handelt. Keine Sorge - wirklich schwer ist das nicht, aber darum geht es ja auch nicht ;)
Ihr seht die Lösung, wenn Ihr mit der Maus über den Link ".:Lösung:." fahrt ..
Und ja, ich weiß, die Seite ist fürchterlich lang *gg*
Berge, Action, Rebellionen
Hüte, Drama, Diskussionen.
Papa knallt das Obst zu Brei.
Sohnemann denkt nix dabei.
Papa, Bolzen, Spannung, Schuß,
Vorhang, Klasse, Gruetzi, Schluß!
Es war einmal und ist nicht mehr:
ein unverseuchtes, saub’res Meer.
An dessen Strandes weißer Gischt
ein Männlein mit der Angel fischt,
das einen schweren Otto fängt,
der labernd an der Leine hängt:
„Hör’ ma, Meister, sei so gut,
wirf mich wieder in die Flut.
Wär’ doch Kacke, wär’ doch Käse,
käm’ ich in die Bouillabaisse.
Verzichtest du aufs böse Lynchen,
darfst du dir was schönes wünschen!“
Angler quält die grauen Zellen,
schmeißt den Fisch dann in die Wellen.
Doch der Gute ist nicht fix,
denn der Gute wünscht sich nix.
Was sein Weib auf Hundert bringt,
der des Gatten Dummheit stinkt:
„Geh’, erzähl dem Schuppentier,
ich wünsch’ mir einen Schuppen hier!
Mit Gardinen, kleinem Garten,
schleich dich jetzt, ich will nicht warten!
Tarb’ zum Wasser, sag’s dem Fisch,
tust Du’s nicht, verlaß ich dich!“
Männlein trabt zurück zum Strand,
nimmt die Beine in die Hand.
„Hallo Nachbar! Will ein Haus!
Ist das machbar? Wie siehts aus?“
Null Problemo, Hütte steht,
worauf der Mann nach Hause geht.
Doch sein Weib ist unzufrieden,
hat sich für ein Schloß entschieden.
Hütte ist ihr viel zu wenig,
sie wär lieber mal ein König.
„Ich will auf nem Throne thronen,
wie ich’s sah in ‚Schöner Wohnen’!“
Kaum geäußert, schon passiert,
Wohnraum wird rasch optimiert.
Doch auch König reicht ihr nicht:
„Der König ist ein kleiner Wicht.
Papst käm’ besser, Papst wär’ schrill.
Und das isses, was ich will:
eine superheiße Wohnstatt,
wie sie nur der Papst in Rom hat.
Riesig, prächtig, selbstverwaltet,
Innenräume geil gestaltet,
von da Vinci die Tapete,
ick freu’ mir auf die Einzugsfete!“
So geschieht’s, aber der Frau
reicht noch nicht mal dieser Bau.
„Papst ist doch nur zweite Wahl,
haust in einem Jubel-Kral.
Ich tausche diesen Schrott ein
und will lieber Gott sein!“
Es macht Donner, Spautz und Peng,
und dann wird es ziemlich eng.
Das Schicksal packt die zwei am Schopf,
steckt sie in den alten Topf,
in dem man ganz zu Anfang lebte,
bevor man zu was Höh’rem strebte.
Denn wenn Wünsche eskalieren,
kann man mächtig viel verlieren.
Ist man nicht clever, klug und schlau –
droht sozialer Wohnungsbau!
Retortenbaby, unser Kleiner,
keine Mutter, Vater: Schreiner.
Schlechte Karte, doch was solls?
Denn er ist aus jenem Holz,
aus dem der Dichter dann und wann
kleine Helden schnitzen kann.
So auch hier - der Bub gedeiht,
bis auf eine Kleinigkeit,
denn er neigt sehr stark zur Fabel,
Wahrheitsliebe: variabel.
Und ihm schwillt sein kleiner Zinken,
will er seine Umwelt linken.
Was sehr hilfreich ist und wichtig,
so erkennt sein Umfeld richtig
wann der Wort Inhalt stinkt!
Dazu hat der Bub, der Lose,
eine Schwäche für Glukose.
Tut nicht saufen, tut nicht haschen,
doch man sieht ihn häufig naschen.
Diese Schwäche nutzt man aus,
lockt ihn aus dem Schreinerhaus.
Auf die Kirmes geht es dann,
Zuckerwatte, Achterbahn!
Kurz gesagt, die ganzen Sachen,
die Kindern eine Freude machen.
Wie auch immer, was auch war,
eine Fee macht alles klar.
Rettet Buben, steht ihm bei,
die Details sind Einerlei,
schützt ihn vor der Meute Einfluß,
auch wenn’s eigentlich nicht sein muß.
Und fungiert im weißen Kittel
in diesem Fall als Holzschutzmittel.
Königin mit dunklen Haaren,
Konkurrentin jung an Jahren.
Jähzorn, Zwietracht, Eitelkeit,
Königin zieht Scheitel breit.
Spiegel-Kommentar hetzt täglich,
Situation wird unerträglich.
Opfer der Begierde flieht
und in die Kommune zieht.
Dort ist sie die Nummer Acht,
die dem Rest den Haushalt macht.
Erst ist Frieden, etwas später:
Schwarzes Weib wird Attentäter.
Und ein Apfel wird halbiert,
Mädel schluckt ihn, kollabiert.
Kumpel trauern, gucken dumm,
Abtransport: Aquarium.
Prinz kreuzt weg, Kolonne stockt,
Sarkophag wird aufgebockt.
Ende schön und Ende gut –
Mädel wieder leben tut.
Dick und Doof auf Pferderücken,
viele Feinde, viele Tücken.
Ziehen durch Hispaniens Weiten,
Dickmops tut nen Esel reiten.
Doch sein Massa, dieser Gute,
bewegt sich fort auf einer Stute.
Meistens lahm, doch so sie rannte,
der gute Don sie Rosi nannte.
Ritter wirft sich gern in Pose –
„Meine Rüstung war ne Dose!“
Zwischenstop in einer Schenke,
Tänzerin verdreht Gelenke,
und dazu noch Männer-Köpfe,
wirbelt heftig ihre Zöpfe.
Unser Don kommt schnell in Rage,
Kneipenliebe, groß’ Blamage.
Prügelei von wegen Stolz –
Schlag auf Haupt, kling stark nach Holz.
Abgang dann in voller Rüstung,
lautstark über eine Brüstung.
Flotter Abmarsch, nix wie fort,
etwas später, andrer Ort.
Unser Held kriegt Vi-si-onen,
denkt, hier muß ein Riese wohnen!
Action, Angriff und Hurraaaaa!
Ja, mir san mi’m Reittier da!
Trab, Galopp, die Hand am Zügel –
Angriffsziel: der linke Flügel.
Jubel, Trubel, Heiterkeit -
und schon fliegt der Reiter weit.
Landet demoliert im Stroh –
Mühle spielen macht nicht froh!
Letzte Phase: Schwarzer Ritter.
Resultat: Der Mann war fitter!
Unser Held: ein deutsches Wesen.
Kann nicht schreiben, kann nicht lesen.
Alles was zu sagen wäre,
unser Mann geht in die Lehre.
Tag für Tag schwingt er den Hammer,
täglich wird der Bizeps strammer.
Klopft und schmiedet das Metall,
dann urplötzlich, auf einmal,
schmeißt den Job und sieht dann rot,
macht zum Abschied Meister tot.
Und beklaut dann kleine Leute,
ihre Kohlen, seine Beute!
Gold, Juwelen, Knete satt,
Volksmund spricht von Heldentat.
Flüchtet über alle Berge,
hinterlässt frustrierte Zwerge.
Schlägt sich durch und prügelt weiter,
Aufstieg, Ruhm, Karriereleiter.
Kerl ist blond und stark und lang –
Kerl geht auf Reptilienfang.
Killt die Echse, wird ein Held,
wird mit einer Frau vermählt.
Doppelhochzeit, große Fete,
viel Besauf und viel Getröte.
Kerlchen legt ne and’re flach,
alles unter einem Dach!
Dekadenz und reichlich Laster,
Hofintrige wegen Zaster.
Attentäter, fiese Wanze,
Hinterhalt, es fliegt die Lanze.
Zum Schluß sieht man im Odenwald
wie unser Held zu Boden knallt.
War nicht etwa sehr besoffen,
Handlung machte ihn betroffen.
Dem Killer ist das scheißegal,
er verklappt das Schwermetall.
Schmeißt den Reibach in den Rhein –
dort soll er noch heute sein!
Frühe Tage, finst’re Zeiten,
Handlung spielt vor Ewigkeiten.
Tierschutz wird noch klein geschrieben.
Prompt erwischt es diese sieben
ahnungslosen, kleinen Scheißer –
Täter macht daraus nen Reißer.
Er vermarktet die Aktion –
puscht sie hoch zur Sensation.
„Keine vier und keine acht –
ich habe sieben plattgemacht!“
Fühlt sich toll und stark wie Hektor,
entfernt sich vom Bekleidungssektor.
Joggt durch Wälder, über Wiesen,
überlistet einen Riesen.
(Gemeint ist nicht der Tausendmarkschein,
sondern Kerl, wo groß und stark sein!)
Jedenfalls, der König hört es.
Sein Berater, ja, der schwört es:
„Dieser Typ, das ist ein Held –
also wird er eingestellt!“
Der Monarch verspricht ihm gleich
das ganze, halbe Königreich.
Außerdem, und darauf pocht er,
die ganze Hand der eig’nen Tochter.
Motiviert bricht Macker auf.
Haut insgesamt recht wacker drauf.
Quält das Einhorn, fängt das Schwein,
semmelt Riesen eine rein –
stößt sie in den harten Schmutz,
ignoriert den Arten-Schutz.
Rückkehr, Jubel, Siegeslohn:
er erringt den Königsthron.
Die Moral der Heldentour:
Es geht auch ohne Abitur!
Sonntagmorgen, Herbsteszeit –
auf dem Feld kommt es zum Streit.
Denn es geht um eine Wette,
die man gern gewonnen hätte.
Einer sportlich, starke Lungen –
Gegenspieler: eher gedrungen!
Was – laut Darwin – daher kommt,
dass die Schöpfung ziemlich prompt,
sehr genial und sehr genau,
dafür sorgt, dass Körperbau
und Körperform der vielen Rassen
auch zur Lebensweise passen!
In diesem Fall, da hat der Kleine
verhältnismäßig kurze Beine.
Trotzdem übersteht der Lümmel
problemlos dieses Wettgetümmel –
ruht sich aus und tut verschnaufen,
lässt den and’ren einfach laufen.
Faulenzt rum und rührt kein Bein –
seift den anderen kräftig ein.
Nimmt ein Double, stellt es auf –
und gewinnt den Dauerlauf!
Angesichts der vielen Spitzen,
die auf des Siegers Körper sitzen,
muß man ihn nach diesem Rennen
als Spitzensportler anerkennen!
Gleich und gleich gesellt sich gern –
Grautier bildet harten Kern
einer lauten Viererbande.
Die zieht lärmend durch die Lande.
Keiner hat ‚ne feste Stelle,
doch ma plant Berufskapelle.
Instrumente gibt’s noch keine,
dafür hat man vierzehn Beine.
Auf denselben läuft der Haufen,
bis es endlich heißt: „Verschnaufen“!
Was ist das? Brennt da ein Licht,
das durch des Forstes Astwerk bricht?
Da wo Licht ist, wohnt auch wer,
also Leute, bitte sehr,
schau’n wir uns da drüben um,
und wenn möglich möglichst stumm.
Worauf der Trupp hinübergeht
zur Stelle, wo die Hütte steht.
Man glotzt eifrig durch die Scheiben,
Kollektiv-Beschluß: „Wir bleiben!
Denn Campen auf der Fichtenschonung
kommt nicht so gut wie eine Wohnung!
Erst ekeln wir die Mieter raus,
dann besetzen wir das Haus!“
Also gröhlt der Trupp am Fenster,
drinnen glaubt man an Gespenster.
Die Aktion ist wahrlich listig,
drinnen Panik, man verpisst sich.
Den Vieren sollte man es gönnen,
man muß auch mal gewinnen können.
Und es folgt der letzte Reim:
Nix geht über’n Eigenheim!
Insgesamt ist’s Schnee von gestern,
der Konflikt schwelt um zwei Schwestern.
Nummer-Eins ist faul und träge,
eine echte Nervensäge.
Nummer-Zwei macht mehr auf Fleiß,
Spindel läuft beim Spinnen heiß,
Platscht ins Wasser, tut verschwinden,
Mädel will sie wieder finden.
Jumpt ins Wasser – siehe da:
And’re Welt – Fantasia!
Brote labern ihr eins vor,
unser Mäuschen ist ganz Ohr;
rettet Backwerk aus dem Feuer,
Akkordarbeit als Abenteuer.
Schließlich dann, man glaubt es kaum,
quasselt noch ein Apfelbaum,
den da quält der Äpfel Last.
Und das wäre es auch fast,
wäre da nicht auch noch diese
alte Hütte auf der Wiese.
Okkupiert von einem Weib
mit nem coolen Zeitvertreib.
Sie treibt stur und sehr verbissen
dummes Zeug mit einem Kissen.
Job-Offerte klingt sehr fair,
Mädel macht dann auf Au-Pair.
In den Taschen Nuggets satt,
erreicht sie dann die Heimatstadt.
Dort weckt sie den Futterneid,
sie erzählt der Mutter breit,
wie das kam und wie man’s macht,
Schwester-Zwo hüpft in den Schacht.
Brote, Äpfel – keine Lust.
Hausarbeit bringt doch nur Frust!
Und was die Geschichte lehrt –
wer nix schafft, der wird geteert!
Zwar weiß keiner, was das soll,
doch wer Grimm mag, findet’s toll!
Frau ist schwanger, will Salate,
scheucht den Gatten aus der Kate:
„Ohne Grünzeug mach ich Zoff –
jetzt schieb’ ab und hol den Stoff!
Was gibt’s da noch abzuwarten –
los, verzieh’ dich in den Garten!“
Der der Nachbarin gehört,
doch, die wird nicht gern gestört.
Rastet aus und brüllt herum –
Gemüseklau verhält sich stumm.
Mecker, laber und Gebrabbel,
mächtig Streß und reichlich Trouble.
Siehe da, es endet schrill,
weil die Alte tauschen will.
Baby gegen Blatt-Spinat;
wir ahnen, wie das Drama naht.
Armes Mädel, armes Würmchen,
wächst heran in einem Türmchen.
Sie wird älter, pubertiert,
bleibt im Türmchen isoliert.
Langeweile, Depression –
endlich kommt ein Königssohn.
Heißt nicht Kunze, heißt nicht Hinz,
schimpft sich einfach Märchenprinz.
„Prinz an Tower, bitte kommen!
Gibt’s ne Chance, da hochzukommen?“
„Hier ist Tower, hab verstanden,
Locke kommt und du kannst landen!“
Bubi ist ein flotter Denker,
macht ihr prompt den Louis Trenker.
Macht sich kletternd an sie ran –
kommt nach Stunden oben an:
„Eine Chance für die Liebe!
Was dagegen, wenn ich bliebe?“
Aus dem alten Müllerhaus
führt man eine Ziege raus.
Wird geführt von einem Knaben,
soll sich auf der Wiese laben.
Es ist früh, die Wiese dampft,
wir sehen wie die Ziege mampft.
(Denn Gras kann man sehr gut gebrauchen,
man kann’s essen, man kann’s rauchen!)
Abends schreitet diese Ziege
unverblümt zur Stall-Intrige.
Steckt dem Vater von dem Jungen
mit vollem Ernst und Engelszungen:
„Du, das finde ich nicht gut,
dass mein Magen knurren tut.
Keine Kräuter, nicht mal Gras,
meinst du Macker, das macht Spaß?“
Daddy tobt und ist empört,
fühlt sich hinters Licht geföhrt.
Undank ist der Welten Lohn,
greift zurück auf zweiten Sohn.
„Führ die Ziege auf die Heide,
such ihr eine satte Weide.“
Doch die Ziege kennt ihr Ziel,
am nächsten Tag das gleiche Spiel.
Auch der dritte Sohn vom Müller
scheitert glatt als Ziegenfüller.
Alle drei sind angeschissen
und vom Vater rausgeschmissen.
Also landet einer
als Azubi bei nem Schreiner.
Dieser schenkt ihm einen Tisch:
„Hier mein Bub, nun setze dich!
Mit diesem Side-Board, jede Wette,
schlägst du jede Fast-Food-Kette.“
Beim Müller jobt der zweite Sohn,
er erhält ein Viech als Lohn.
Dieses lässt sich so umreißen:
es kann harte Währung von sich geben.
Auf Drechsler lernt indes der Dritte,
macht auch keine schlechte Schnitte.
Ihm vermacht sein Chef nen Stock,
ruft man ihn, dann macht es „tock“.
Letzte Szene, letzte Reime,
alle Söhne kehren heime.
Treffen sich nach Ewigkeiten,
sprechen von den alten Zeiten;
von der Ziege, wie sie log,
dass sich jeder Balken bog.
Wie sie sich im fetten Gras
machte einen netten Spaß.
Und der Söhne letzter Schluß,
der unbedingt genannt sein muß:
„Hätte Dad ins Gras gebissen,
hätt’ er uns nicht nicht rausgeschmissen!“
Anfang traurig, Anfang knapp:
Müller gibt den Löffel ab.
Seine Söhne sind jetzt dran,
treten flugs das Erbe an.
Zwei sind happy, haben Spaß,
denn die beiden kriegen was.
Nur der Dritte zeigt noch Trauer,
oder besser: er ist sauer,
weil sein Teil nicht prächtig ist –
wohl der Sprache mächtig ist.
Kurz und gut: der Mann ist sickig,
und sein Erbe trabt im Dickicht.
Geht im Wald Kaninchen jagen;
Förster würden wildern sagen.
Steckt die Beute in den Sack,
nimmt den Sack dann Huckpack.
Stiefelt in Palazzo rein,
schleimt sich dreist bei König ein:
„Dieses schickt mein Boß, der Graf,
kocht sie euch und würzt sie scharf.
Muß nicht immer Kaviar sein,
auch Kaninchen schmecken fein.
Es war nett bei euch im Schloß –
muß zurück zu meinem Boß.“
Königskutsche fährt durchs Land,
nähert sich dem Badestrand.
Müllersohn planscht in der Brühe –
Haustier gibt sich große Mühe.
Ruft: „Verbrecher! Diebespack!
Klauten meinem Boß den Frack!“
König Blödmann fällt drauf rein,
kleidet Nackedei neu ein.
Stellt ihm seine Tochter vor,
flüstert ihm ins linke Ohr:
„Sei so gut und freie sie,
rette meine Dynastie.
Ich bin blöd, doch ich bin gut –
die Dynastie braucht frisches Blut!“
Wir befinden uns im Wald.
Es ist dunkel und wird kalt.
Oder in des Dichters Weise,
Abend naht, es friert die Meise.
Durch den Wald trabt still ein Reiter,
sein Esel trägt ihn hurtig weiter.
Man hat soeben Holz gesammelt,
das am Esel runterbammelt.
Plötzlich nahen wilde Kerle,
Holzfäller erklimmt die Erle.
Oder ist es eine Fichte???
Doch das tut nix zur Geschichte.
Buche, Birke, Baum bleibt Baum –
im Dunkeln merkt man es ja kaum!
Holzfäller ist ganz benommen,
harrt der Dinge, die da kommen.
Bammel, Dünnpfiff, Hosen voll –
Ja, das ist der Angst ihr Zoll!
Räuberhorde prescht heran,
parkt die Pferde nebenan.
Bindet sie nach kurzer Suche
an die nächstgeleg’ne Buche.
Oder ist es eine Fichte???
Doch das tut nix zur Geschichte.
Buche, Birke, Baum bleibt Baum –
im Dunkeln merkt man es ja kaum!
Leader-of-the-Gäng steigt ab,
schreitet eine Felswand ab.
Blökt den Slogan volles Rohr:
„Macht hoch die Tür, macht auf das Tor!“
Geheime Tür geht auf und zu –
Gäng zieht ab, im Wald ist Ruh’!
Held erholt sich von dem Schreck,
traut sich dann aus dem Versteck.
Er probiert’s und knackt das Cödchen –
klang doch fast wie Sesambrötchen!
Er knackt den Code und spricht die Worte,
knirschend öffnet sich die Pforte.
Macker’s Glotzis werden runder,
vor ihm Märchen-Standard-Plunder:
Silber, Gold und Edelsteine,
Perlen, Münzen – keine Scheine!
Schätze, dat sind Schätze hier,
erst einmal da setz’ ick mir!“
Und so kommt’s, wie’s komme muß –
unser Mann macht mächtig Plus.
Soweit wär dann alles prima,
Story spielte nicht in Lima –
nicht in Hamburg, nicht auf Bali,
aber unser Held heißt Ali!
Vater, Tochter, Königshaus.
Tochter geht zum Spielen raus.
Hampelt rum mit einem Ball,
Bällchen ist aus Schwermetall.
Plötzlich Mädchen Fehler macht,
Spielzeug rollt in einen Schacht.
Hilfsaktion verläuft amphibisch,
Helfer denkt, die Tussi lieb’ ich!
Will sie küssen, Mädel flucht,
Zuflucht in der Wohnung sucht.
Lurchi pocht auf den Kontakt,
Lurchi will Oral-Kontakt!
Panik, Ekel, Schamesröte,
hau bloß ab du geile Kröte!
Knallt das Vieh mit satter Power
schwungvoll an die nächste Mauer.
Sensation kommt in die Handlung:
Mutation, sprich: groß Verwandlung.
Kröti wird zum Edelmann,
heiratet das Mädel dann.
(Und die Moral von der Geschicht:
Verdrisch mit keine Kröten nicht!)
Nahrungsmittel werden knapp,
Eltern schieben Kinder ab.
Opfer von Familienplanung
haben davon keine Ahnung.
Suchen ihre alte Wohnung,
irren durch die Fichtenschonung.
Abend naht, der Frost wird stiller,
Gören finden eine Villa.
Knabberriegel, süß Geklunker –
Stichwort: Kalorienbunker.
Kinderäuglein leuchten heller,
Besitzer steht auf Kinderteller.
Brüderlein, das rafft verschwommen,
irgendwie in Haft genommen.
Alles was der Heinzel rafft:
ihm droht nun die Einzelhaft.
Schlechte Karten, Falle, Zwinger,
kontrollierter Zeigefinger.
Oma droht das Schlachtfest an,
doch die Schwester macht es dann,
sie schiebt Oma auf die schnelle
in die alte Mikrowelle.
Weit und breit kein Sanitäter,
keine Zeugen – keine Täter!
Meister talkt mit dem Azubi
„Komm und spitz die Muscheln, Bubi!
Folge mir ins Herrenhaus,
doch mach erst den Walkman aus!
Denn statt Heavy-Metal-Dröhnung,
gibt’s jetzt Heavy-Metal-Löhnung!
Will mich doch nicht lumpen lassen:
Würd’ dir dieser Klumpen passen?
Außen gelb und blitzeblank,
ganz aus Gold und schwer wie Schrank.
Das kommt tierisch und macht froh –
hoffe, du denkst ebenso!“
„Prima, Meister, ultra-schrill,
ist genau das, was ich will!
Feine Unze, klasse Stoff,
erspart uns eine Masse Zoff.
Denn es bliebe nicht beim Fluchen,
tät’s du’s mit nem Scheck versuchen.
Aber Gold - und noch in bar –
denke mal, das geht so klar.
Heißen Dung auch für den Brocken,
mach mich jetzt mal auf die Socken!“
Spricht’s und kehrt dem Chef den Rücken,
Goldgewicht, das zwingt zum Bücken,
Bubi quält sich nicht zu knapp,
macht nach hundert Metern schlapp.
Als er nicht mehr weiter kann,
nähert sich ein Reitersmann.
Dessen Ein-PS-Gefährt,
des Buben schiere Habsucht nährt.
Was soll er als Kuli schwitzen,
könnt’ er auf nem Muli sitzen?
Bubi löhnt mit barem Gold,
wird vom Tauschrausch überrollt.
Ihm deucht’, es könnte klug sein,
tauscht er jetzt ne Kuh ein.
Weil, ein jeder Knilch liebt
ein Tierchen, das wo Milch gibt!
Von wegen Milch, von wegen klug,
unser Knilch kriegt nicht genug –
Noch ein Handel muß es sein:
Euterträger schrumpft zum Schwein.
So brutal kann’s Life sein –
es endet mit nem Schleifstein.
Worauf sich dann zum Thema Geld
des tumben Helden’ Geist erhellt:
„Beim Handeln hab ich Dreck bekommen.
Ach, hätt’ ich doch nen Scheck genommen!“
Was uns lernt: beim Investieren,
kann man kräftig was verlieren,
wenn man über kurz und lang
häufig handelt unter Zwang.
Drum nennt der Fachmann diesen Rausch
auch eine Art von Zwangsumtausch.
(Der häufig nach dem Weihnachtsfest
die Verkäufer zittern lässt.
Wenn von den gekauften Dingen
die Opfer vieles wiederbringen.
Denn ganz egal, ob was gefällt –
echte Menschen wollen Geld!)
Königin und König grollen,
weil sie doch ein Baby wollen.
Bis endlich dann der Wille siegt,
was sicher an der Pille liegt,
die die Königin nicht nimmt,
was sie schließlich schwanger stimmt.
Und nach sechsunddreißig Wochen
kommt der Nachwuchs angekrochen.
Nase, Ohren – alles dran:
Bravo, Eltern! Gutgetan!
Doch zur Taufe kommt Besuch,
im Gepäck nen harten Fluch:
„Ich will, dass dieser Windelwicht
sich bald an einer Spindel sticht!
Soll dann müde sein und pennen –
wie wir’s von Beamten kennen!
Hundert lange Jahre lang –
ich baue auf Erfüllungszwang!“
Was sie sagt ist leider richtig:
Mädel spinnt und Mädel sticht sich.
Und jedermann vom Königshofe
legt sich mit ihr in die Pofe.
Es döst die Maid, es schläft das Schloß
bis mancher, den das sehr verdroß,
sich bis vor diese Mauer wagte,
worüber eine Hecke ragte.
Und vor dem roten Rosengarten
sieht man tote Hosen warten.
Wollen eines nur, die Recken,
wollen küssen, wollen wecken.
Einer schafft’s und einer siegt,
weil er glatt die Kurve kriegt.
Und er fackelt auch nicht lange,
schmatzt ihr saftig auf die Wange.
Worauf die Zauberkraft erlischt
und Mädel diese Phrase drischt:
„Das schmeckt lecker, süß und fein –
Du sollst ab nun mein Weckmann sein!“
Backfisch sprintet, Dauerlauf;
hat nen Schuppenschoner auf.
Öko-Trage ziemlich voll,
Oma findet saufen toll.
Liegt zu Hause völlig trocken,
Backfisch macht sich auf die Socken.
An des Waldes dunkler Stelle
wartet haariger Geselle.
Lallt die arme Tussi zu,
die drauf reinfällt, dumme Kuh!
Horcht die tumbe Schnepfe aus,
kommt so an nen fetten Schmaus.
Rache lässt nicht lange bitten,
Bäuche werden aufgeschnitten.
Oma’s Rettung – weiser Schritt –
durchgeführt mit Kaiserschnitt.
Steine wechseln den Besitzer,
Sturz in Brunnen, viele Spritzer.
Spannungskurve sinkt dann heftig.
Unser Trio feiert kräftig.
Oma, Enkel, Jägermeister,
füll’n sich ab mit Leberkleister!
Biotop ist tropisch Wald;
heiß und feucht und selten kalt.
Palmen hoch und Eichen dick,
schön schraffiert fürn Zeichentrick.
Dort lebt Bubi ganz allein,
zieht sich das Gemüse rein.
Keine Eltern, Onkel, Tanten.
Dafür Tiger, Elefanten,
Panther, Bären, Affen, Schlangen.
Tiger will den Bubi fangen.
Bär greift ein und an den Tiger,
herbe Dresche, Bär bleibt Sieger.
Zwischenspiel mit einer Schlange,
sie nimmt Bubi in die Zange,
nimmt ihn in die Schrauben-Zwinge,
aktiviert die Augenringe.
Bub entkommt der harten Zange,
zurück bleibt eine Warteschlange.
Andre Szene, Klappe, Schnitt –
Elefant, Paradeschritt.
Bubi geht kurz mit spazieren,
macht auch mit beim Exerzieren.
Nächste Phase: Abenteuer!
Affe ist ganz heiß auf Feuer.
Der Primat ist pyroman,
Machtgelüste – Größenwahn!
Tanzaktion legt Stadt in Schutt,
Boy sieht Mädel – Ende gut.
Sie singt hoch, und er sinkt nieder,
berappelt sich dann endlich wieder.
Ratlos Panther, ratlos Bär:
Bubi watschelt hinterher!
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