Ohja, die Geschichte meines Lebens .. spannend .. *gähn* .. würde mich wirklich interessieren, wer das hier liest *lol* .. warum ich es dann schreibe? ... hmm .. der Vollständigkeit halber? weil ich meinen Lebenslauf schon immer mal schreiben wollte? um Euch zu ärgern? ... sucht es Euch aus ;)
Naturgemäß fängt Alles damit an, daß ich geboren wurde - am 18. April 1978.. ob das nun gut so war oder nicht, lasse ich mal dahingestellt.. ich habe noch eine 1 Jahr ältere Schwester und ein paar Halbgeschwister, letztere sind aber nicht mit mir aufgewachsen
Tja, und kaum fängt meine Geschichte an, gibt's auch gleich ein Loch - ich kann mich an die ersten .. hmm .. ca. 8 Jahre meines Lebens nicht erinnern. Gut, es gibt ein oder zwei (emotional) herausragende Episoden, die mein Gehirn auf Befehl noch ausspuckt; eine davon war im Kindergarten, als meine Mutter nach Hause fahren wollte, ohne sich zu verabschieden.. sie hatte es gut gemeint, dachte, ich merke es nicht, weil ich so schön am Spielen war - tja, war wohl nix, ich war fix und fertig und bin ihr hinterher gerannt.. und wenn ich mich recht erinnere, habe ich sie auch so gerade noch erwischt... glaub' ich... jedenfalls hat das mein Leben doch etwas beeinflußt - ich werde heute noch total bekloppt, wenn jemand weg geht oder ein Gespräch beendet, ohne sich zu verabschieden, jedes Mal, egal, wer es ist...
Einen Teil meiner Kleinkindzeit weiß ich auch durch Erzählungen, z.B., daß ich mit 3 angefangen habe zu Lesen und mit 4 zu Schreiben.. oder daß ich oft geschrien habe als Baby und nie satt wurde, ich war dadurch praktisch von Geburt an dick.. oder daß Papa immer mit uns gebadet und uns gewaschen hat... oder daß ich erst mit 3 Jahren überhaupt hierher gezogen bin.. solche Dinge halt...
OK, es gibt da dunkle, verwaschene Bilder, Gefühle, manchmal Träume aus der Zeit vor meinem achten Lebensjahr, und es deutet viel darauf hin, daß es einen guten Grund gibt, warum ich mich nicht mehr bewußt daran erinnere - aber ich weiß es nicht sicher, und möchte hier nicht darauf eingehen... im Tagebuch findet Ihr mit Sicherheit Hinweise darauf, falls Ihr das Thema näher betrachten möchtet...
Nungut, also mit 8 ungefähr fangen langsam die Erinnerungen an.. ich erinnere mich grob an die Grundschule und an ein paar Gesichter dort. An ein oder zwei Bundesjugendspiele, bei denen ich - als unbewegliche Tonne - natürlich ziemlich schlecht abgeschnitten habe. Irgendwann war ich 4 Wochen in einer Kur zum Abnehmen in Marktredwitz, das war im Winter... habe fast nur ein positives Gefühl überbehalten, auch wenn ich weiß, daß es dort nicht nur schön war..
Kurz vor meinem .. öhmm ... 13ten? Geburtstag wurde bei mir Diabetes festgestellt. Ich glaube, meine Eltern kamen mit dieser Diagnose schlechter zurecht als ich selbst. Nach 3 Wochen recht schönem Aufenthalt in einer Kinderklinik war ich dann "eingestellt", und habe die ersten ..öhmm.. ca. 2 Jahre auch streng danach gelebt.
Ungefähr mit 13 habe ich auch angefangen, mich selbst zu verletzen. Damals hauptsächlich ganz feine Striche am Handgelenk. Wenn ich heute zurück denke muß ich mir wohl eingestehen, daß der Grund, warum ich damals damit angefangen habe, reines Aufmerksamkeit-Erregen war... ich wollte irgendwie zeigen, daß es mir nicht gut geht. Vom Schmerz selbst hatte ich da noch nicht viel, ich hätte mir die Striche wohl theoretisch auch aufmalen können...
Das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit hat mich danach noch mehrere Jahre begleitet, ungefähr bis ich 19 war, am Ende wurde es zum Glück immer weniger. Meine Güte, was ich so mit 14-18 so Alles erzählt habe .. *packankopp*... ich erinnere mich da noch an "Alex", meinen "ersten Freund" - warum in Anführungszeichen: er war komplett erfunden. Mit Allem drum und dran, sogar Schwangerschaft und Abtreibung hab ich dazu"gedichtet"... das ging ne ganze Weile so.. es ging soweit, daß er für mich selbst fast real wurde - als ich ihn dann habe "sterben lassen", habe ich richtig getrauert, also so wirklich, als ob ich jemanden verloren hätte .. habe sogar ein Lied darüber geschrieben...
oder meine "okkulte" Seite .. das ging dann schon in die Richtung "Sixth Sence" - "I see dead people" .. ich war sowas wie ... naja .. Hexe oder Medium .. oder habe es behauptet, besser gesagt... es ist nicht so, daß ich nichts gesehen habe, da waren wirklich Schatten, die ab und an wie Menschen aussahen - diese Schatten sehe ich heute noch, weiß' aber (und wußte es damals im Grunde auch schon), daß das entweder Sehstörungen sind oder leichte Hallus. Aber mir war zu der Zeit jedes Mittel recht, um auf mich aufmerksam zu machen, um etwas Besonderes zu sein. *atmetiefdurch* - scheiße, dieser letzte Absatz ist mir verdammt schwer gefallen. Wer mich persönlich aus der Zeit kennt, weiß warum, weiß, welche Storys ich damals erzählt habe (es waren noch einige mehr), wie ich mich verhalten habe. Und ich kann nur sagen: es tut mir leid. Ich könnte vor Scham im Boden versinken - aber ich kann es nicht rückgängig machen, was ich erzählt habe, habe ich erzählt, ich war so wie ich war...
Also, wo war ich stehen geblieben? Ahja, Mitte Pubertät ungefähr ... mit 15 habe ich ein halbes Jahr in Berchtesgaden verbracht, eine Adipositas-Reha-Kur (also zum Abnehmen).. mit die schönste, aber auch aufwühlendste Zeit meines Lebens.. ich habe dort viel Spaß gehabt, und ich hatte ein nettes Publikum für meine Musik.. in der Zeit entstanden auch fast alle Lieder, die ich bisher geschrieben habe.. aufwühlend war es deshalb, weil ich mir dort zum ersten Mal Gedanken über meine Kindheit gemacht habe, es .. kam so einiges hoch .. nein, nichts Konkretes, nur die verwaschenen Sachen und Gefühle.. aber es hat gereicht, um nicht mehr nach Hause zurück zu wollen, und wenn das Jugendamt mir eine Wohnung bezahlt hätte, wäre ich wohl heute noch in Bayern... zu der Zeit wurde mein SVV etwas heftiger, betraf aber nur die linke Hand und das Handgelenk, sowie das Ausreißen von Haaren am Unterarm - dort wachsen bis heute keine mehr nach...
Als ich mit 16 dann wieder nach Hause kam, fing hier meine "wilde Zeit" an. Ich hatte meinen ersten Freund und den ersten Sex. Und danach wenige Freunde, aber noch viel mehr Sex. Wie anderswo auf der Page schon erwähnt, war ich zu der Zeit nicht wirklich wählerisch, was meine Sexualpartner anging, ich konnte nicht nein sagen. Nur dadurch fühlte ich mich gemocht und akzeptiert. "Opfer" gab es genug, hier bei uns war sowas wie eine "Drogenhölle", um es mal überspitzt zu sagen, mit genug kaputten Typen. Es war pures Glück, daß mein späterer HIV-Test negativ ausgefallen ist. Mit den kursierenden Drogen hatte ich nicht allzu viel zu tun, hab mal gekifft, ja, aber war nicht so toll. LSD .. naja .. war zumindest lustiger, aber eine einmalige Geschichte, die zum Glück auch nicht viele mitbekommen haben damals.. Shore habe ich nicht angepackt, das war mir zu heftig.. in dem Zeitraum habe ich auch die Schule abgebrochen, in der 11ten Klasse .. ich war sowieso kaum noch da, hatte keinen Zweck mehr... habe sowas wie eine "Schulphobie" entwickelt und fast jeden Tag geschwänzt... Phobien habe ich mehrere, zB eine extreme Zahnarztphobie - ich bin nur unter Vollnarkose behandelbar, die erste OP hatte ich mit 16, glaub ich, danach noch zwei weitere. Außerdem habe ich noch die "normalen" Phobien, also Höhenangst, Angst vor Spinnen, vor großen Plätzen, vor öffentlichem Reden, und auch ein paar nicht ganz so alltägliche, ich sach jetzt mal vor "Menschen im Allgemeinen" .. eigentlich habe ich fast vor allem Angst *lol*
Mit 17 habe ich dann meinen "ersten Velobten" kennen gelernt - meine erste wirklich feste Beziehung. War natürlich nicht alles schön, aber ich war verknallt ohne Ende, und es gab wirklich wunderschöne Zeiten, wenn ich so zurückdenke .. besonders das Cobigolf (eine Kleingolf-Art, ähnlich wie Minigolf) fehlt mir heute noch, wir haben fast jeden Sonntag gespielt, auch Turniere.. tja, nach 6 Monaten ging das dann in die Brüche .. und zwar ziemlich übel. Wenn ich heute zurückdenke, hat er mit seiner Begründung, ich würde nur Lügen erzählen, natürlich zumindest teilweise recht gehabt - aber wirklich nur teilweise! Es war nicht alles gelogen, was ich ihm erzählt habe - aber wie war das noch, wer einmal lügt... tja, dann war da halt der Bruch drin.. dazu noch fiese Intrigen von einer Nachbarin und aus war's. Zwei Sätze, die er mir gegen Ende an den Kopf geworfen hat, verfolgen mich heute noch: "So wie Du aussiehst kann man mit Dir nich rausgehen!" und "Ich hatte noch nie Spaß beim Sex mit Dir!" .. ich glaube nicht, daß er ahnt, was er damit angerichtet hat...
Nach der Trennung hat mir dann mein Psychologe, der mich wegen der Schulphobie betreut hat, geraten, mal für 3 Wochen in die Psychiatrie zu gehen, um "Abstand zu gewinnen" - tja, aus den 3 Wochen sind dann 7 Monate geworden.. Diagnose: "Emotionale Instabilität mit gleichzeitig erschwerender Hochbegabung".. oder so ähnlich... der Aufenthalt war teils lustig, teils schwierig, es gab Ärger, weil ich keine Medikamente nehmen wollte.. und besonders sauer war ich, als ich in meiner Krankenakte als oberstes Behandlungsziel "Disziplinierung" lesen mußte. Das war wie ein Schlag ins Gesicht für mich.. aber nun denn, der Aufenthalt hat schon geholfen, außerdem habe ich dort viele tolle Leute kennen gelernt... und die Beschäftigungs-Therapie kann ich jedem wärmstens empfehlen, ich habe noch nie soviel gebastelt in meinem Leben *lol*. Danach war ich noch ca. 2 Jahre in ambulanter Behandlung.
Relativ kurz nach dem Psychiatrie-Aufenthalt habe ich dann meinen nächsten "festen Freund" kennen gelernt. Er war mehr als 30 Jahre älter als ich, und wenn ich zurück denke .. naja, ich hätte mir die Zeit sparen können. Aber wir waren immerhin anderthalb Jahre zusammen, und er war - zumindest anfangs - für mich da, wenn ich ihn brauchte, und auch wirklich kein schlechter Mensch. Außerdem war er der erste - und bis heute einzige - bei dem ich mir absolut keine Gedanken über meine Figur machen mußte, da seine Exfrau noch um einiges mehr wog als ich ;).. Irgendwann zu der Zeit habe ich dann auch angefangen zu arbeiten, und zwar in einem Drogeriemarkt an der Kasse, als geringfügig Beschäftigte. Es war unheimlich schwer für mich, aber ich habe es durchgezogen, war von der Eröffnung des Ladens bis zur endgültigen Schließung mit dabei, so ca. 3 Jahre.
Mein SVV hatte sich irgendwann in diesem Zeitraum auf den Oberarm verlagert, nachdem es vorher eine Weile "geruht" hat...
Mitte 1998 habe ich dann meinen jetzigen Mann kennen gelernt, wir wurden im Phantasialand von meiner Freundin verkuppelt... Es lief am Anfang alles andere als gut, wir waren sogar nach ein paar Wochen für eine Woche getrennt, konnten uns aber wieder zusammenraufen. Irgendwann in oder um diese Woche drumrum bin ich ihm einmal "fremdgegangen" - ich schreibe es in Anführungszeichen, weil ich es nicht als das empfinde.. die Beziehung war nichts Halbes und nichts Ganzes, bestimmt nichts Stabiles. Ihn hat es trotzdem verdammt hart getroffen, als es mir Monate späte rausgerutscht ist *seufz*. Aber auch das haben wir überstanden - ich mußte zwar meinen Verein verlassen (ein "Country-Club", so mit Lasso, Peitsche und Squaredance), aber das war es wert.
Anfang '99 lag ich für einen Tag im Koma, bedingt durch eine extrem schlechte Diabeteseinstellung. Ein einschneidendes Erlebnis für mich, besonders, als ich hinterher erfahren hatte, wie knapp es um mich stand. Ich denke heute noch sehr oft daran zurück, teils mit dem Wunsch, endlich wieder dauerhaft in diese schwarze Stille abzutauchen, teils mit der Angst, das alles nochmal erleben zu müssen. Die Zeit danach war nicht leicht, und ich habe über 2 Monate nicht arbeiten können, bis sich alles wieder halbwegs normalisiert hatte...
Seit Mitte 2000 arbeite ich nun da, wo ich jetzt arbeite, in einer Firma, die mit Computern zu tun hat. Mein Chef wußte von Anfang an, daß ich psychische Probleme habe und hat mich trotzdem eingestellt. Die Arbeit ist nicht immer schön, und ich fluche oft, und sie belastet mich auch sehr... dennoch hatte sie wohl eine positive Auswirkung auf mich - naja, bin aber auch mittlerweile "erwachsen" geworden, würde ich sagen, das spielt in meiner Entwicklung wohl auch eine Rolle. Mein SVV ist allerdings seit ich arbeite eher schlimmer geworden - ich benötige es irgendwie, um überhaupt arbeitsfähig zu sein...
Am 6. September 2002 habe ich geheiratet. Die Traurede war zwar ne Katastrophe und ich sah scheiße aus in dem Weißen Kleid, aber sonst war's ganz schön... Tja, jetzt würde ich gerne mit der Familienplanung anfangen - da machen mir dummerweise die Hormone einen Strich durch die Rechnung, so ohne Weiteres (also ohne aufwändige Behandlung) kann ich keine Kinder bekommen. Naja, wird sich zeigen, was sich da noch ergibt...
Jetzt haben wir April 2003 .. und wenn ich mir meine "Lebensgeschichte" so anschaue, habe ich gemischte Gefühle.. manche Passagen sind mir sehr schwer gefallen, manche habe ich vielleicht zu schnell abgehandelt (wenn ich alles richtig hätte ausführen wollen, könnte ich wohl ein Buch rausbringen). Aber sie gibt zumindest einen groben Überblick. Wie es jetzt weitergeht? Weiß' ich nicht. Wie auch. Ihr könnt aber durch mein Online-Tagebuch zumindest leserisch daran teilhaben, wenn Ihr wollt.
Persönlich » Geschichte